Taarions Welt

Rollenspiel und andere Fantastereien!

Die letzte Fahrt der Barcosa

Bei „Die letzte Fahrt der Barcosa“ handelt es sich um ein Solorollenspiel. Gespielt wird das Besatzungsmitglied eines Handelsschiffs im Jahr 1802. Das Spiel lenkt einen durch seinen einfachen Mechanismus bis zum Untergang des Schiffes. Dabei wird der Verlauf der Dinge in Form von Tagebucheinträgen niedergeschrieben. Jedem Tagebucheinträg liegt ein zufällig bestimmtes Ereignis oder eine Frage zu grunde. So hangelt man sich von Tag zu Tag.

Im folgenden könnt ihr meinen Durchlauf durch die Story nachlesen. Aber mir ist beim spielen aufgefallen, dass mit das Spiel nicht liegt. Daher endet mein Abenteuer nach zwei von fünf Abschnitten aprubt. Im erstesn Abschnitt war ich noch motiviert und gut dabei. Im zweiten wurde es dann aber etwas Zäh und uninspirierend. Aber, wer Horrorspiele oder -Geschichten mag (ich nicht so sehr): Die vorgegebenen Texte tendieren zunehmend deutlich Richtung Wahnsinn und Übernatürlichem.


Logbuch

Steuermannsmaat Frey Søndergaard im Jahr des Herrn 1802 an Bord des Handelsseglers Barcosa auf dem Weg von Amsterdam nach Java.

Tag 8 auf See:

Die Barcosa ist mit uns an Board in See gestochen. Die erst Woche war hart. Der Wind launig und die rau. Wir mussten unentwegt arbeiten um nicht zu nah ans Ufer gedrückt zu werden.

Das ist der Grund warum ich erst heute dazu komme, obwohl ich es dir versprach, niederzuschreiben was geschehen ist.

Seltsame Passagiere haben wir auf dieser Fahrt an Bord. Diese drei Männer zum Beispiel verheißen nichts Gutes. Nie sieht man unter ihren Kapuzen die Gesichter. Und einer bleibt immer in der Kabine bei ihrer finsteren Truhe. Ich sah die nur ein mal als sie an Bord getragen wurde. Grauenhafte Fratzen sind bedecken sie über und über. Aber zurück zu unseren Gästen: Sie trauen uns wohl so wenig wie ich ihnen wenn sie dieses Ding nicht aus den Augen lassen. Was aber in der Truhe ist? Ich wüsste es schon gerne.

Tag 9:

Ich hatte einen Traum heute Nacht. Ich sank hinab in die Dunkelheit. So lange bis sich aus der Schwärze ein riesiger Käfig herausschälte. Darin ein Kraken der seine Arme, duztende Arme, nach oben ausstreckte. Als ich mich umwand, ich kann das Grauen nicht in Worte fassen&helip; Jeder Arm war um einen Kameraden geschlungen und zehrte die reglosen Männer und Frauen unerbittlich in die Tiefe.

Ich muss im Traum geschrien haben. Reidun und Elliott standen beim aufwachen an meiner Seite und musterten mich besorgt. Den ganzen Tag sah ich sie dann beisammen stehen und Tuscheln.

Tag 10:

Ich war heute noch immer sehr abgelenkt. Mein Traum gestern wollte mich nicht loslassen. Ich war so abgelenkt das ich bei einer unerwarteten Welle fast von Bord gegangen wäre. Einer der javanesischen Wachen konnte ich in letzter Sekunde am Arm packen. Das hat mir auch gleich noch einen Anschiß von dessen Herrn eingebracht. Ich habe zwar kein Wort verstanden aber er schien sehr wütend zu sein. Anschließend gabs auch noch einen Tadel vom Kapitän und, seufz, zusätzliche Nachtwachen.

Ich frage mich was unseren Gast so aufgebracht hat? Ist ja schließlich nicht sein Leben. Ich will aber auch nicht fragen, glaub nicht das sie sich mit einem wie mir abgeben würden.

Tag 11:

Sei nicht böse mit mir. Ich sah heute meine erste Frau. Ich weiß du willst nichts von ihr hören, aber ich muss es einfach erzählen:

Ich hatte ja Nachtwache und muss kurz eingenickt sein. Als ich wieder aufsah stand da eine Frau an der Rehling des Heckkastels. Ich dachte erst es wäre eine der Matrosinen. Aber als ich sie anrief da drehte sich — ich schwöre, es war kein Traum — Jani zu mir um. Sie sah genauso aus wie auf ihrer Beerdigung. Sie sprach zu mir und sagte: Hüte dich vorm gekrönten Wal! Er wird über euch springen!

Ich weiß nicht was das alles bedeutet? Ach, wäre ich nur zu Hause bei dir geblieben! Diese Fahrt wird noch schlimm enden.

Tag 13:

Ich sitze ein! Gestern in meiner Freiwache, ich saß gerade bei Würfeln, dröhnte unendlich laut das Geräusch von berstenden Blanken. Ich wußte sofort: Wir sind auf Grund gelaufen, das Schiff sicher schweren Schaden erlitten hat. Als ich daher aufsprang und alle aufforderte zu retten was zu retten sei wurde ich nur wie blöd angestarrt. Es hat außer mir niemand etwas gehört.

Ich habe mich wohl wie ein Irrer aufgeführt. Also hat man mich hier unten eingesperrt. Ich glaub ich werde wahnsinnig. Was passiert mit mir? Diese Kultisten sind bestimmt schuld! Was verstecken sie in ihrer Kabine? Ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Ich will zu dir nach Haus.

Tag 14:

Neben meinem neuen „Quartier“ liegt der Frachtraum. In der Ecke war, glaube ich, dieser Käfig abgestellt. Denn den die deutsche an Bord gebracht hat.

Heute Nacht gab es einen ziemlichen Tumult von der anderen Seite der Wand. Es fing an mit einem wilden Hämmern gegen Metall, wie ein mißtönendes, lautes Glockenspiel. Dann viele Stimmen die die bald in entsetzliche Schreie übergingen. Und Schüße

Als der Tumult sich gelegt hat. Konnte ich die Offiziere befehlen hören. Es muss Verletzte gegeben haben. Aber wer war der Angreifer? Niemand sagt mir hier drinnen etwas.

Tag 15:

Ein Sturm ist aufgezogen. Die Wellen schlugen dröhnend gegen die Bordwand und Regen überflutete die Decks. Irgendwann in diesem Tosen der Elemente haben sie mich frei gelassen. Es wurde jede Hand gebraucht. Während diesem Toben fuhr ein einzelner Blitz vom Himmel und schlug in das Waffendeck. Bevor das Feuer unter Kontrolle gebracht wurde lösten sich Kanonen und zerschlugen bei jeder Welle Knochen und Blanken.

So schnell wie das Wetter gekommen war so schnell ging es auch wieder. Ich wurde nicht wieder eingesperrt aber die Mannschaften meiden mich. Ich bringe wohl neuerdings Unglück. Generell ist die Stimmung schlecht. Eine Matrosin ist verloren gegangen und zwei Waffenknechte werden wohl noch in dieser Nacht sterben. Auch Reidan de Vilnne, unser erster Steuermann, wird vermisst. Niemand weiß wo er geblieben ist. Gott möge ihre Seelen aufnehmen.

Tag 16:

Heute mussten wir die Kabine des Steuermanns aufräumen. Marjan ist jetzt erste Steuerfrau und konnte gar nicht schnell genug umziehen.

Als wir dabei waren stießen wir auf ein seltsames Buch, schwarzes Leder ohne Prägung. Wir waren zu neugierig und haben es geöffnet. Da befiehl uns alle eine schwarze Angst. Bilder von zerbrochenen Schiffen und überall seltsame Zeichen konnten wir sehen. Einer, ich weiß nicht wer, hat ein Tuch über das Buch geworfen. Erst dann konnte ich wieder Atmen. Wir sahen uns nur wortlos an – dann haben wir es ganz unten in einer Truhe versteckt.

Tag 17:

Die Zimmerleute wollten heute die Reparaturen an den Lafetten abschließen, aber irgendjemand hat Mist gebaut. Sabotage? Am Nachmittag sind alle Kanonen Backword losgegangen. Keiner Versteht es. Die hätten doch gar nicht geladen sein dürfen. Die Klappen waren natürlich zu. Darum sieht die Bordwand jetzt aus wie ein schweizer Käse. Du weiß, dieses Zeug mit den vielen Löchern drin. Wirklich, niemand versteht wie das passieren konnte!

Es hat aber ein Gutes: niemand interessiert sich momentan für mich. Keiner hat Zeit über mich Unglücksboten nachzudenken.

Tag 18:

Ein Unglück folgt auf das Nächste. jemand ist in die Kombüse eingebrochen und hat heilloses Durcheinander angerichtet. Man fand das Schiffsmädchen in einer Ecke gekauert. Es wird gemunkelt sie hätte den Teufel gesehen wie er die Vorräte verseuchte. Was wir sicher wissen? Das Fleisch ist voller Maden, das Mehl ist nass und schimmlig, Die Äpfel voller Wärme und die restlichen Vorräte verrotten schnell.

Der Kapitän hat neuen Kurs befohlen. Richtung Küste, neue Vorräte aufnehmen.

Tag 19:

Die Kleine aus der Kombüse, sie kam auf mich zugerannt als ich gerade von einer Schicht an den Schöpfpumpen kam. Das ist nämlich meine neue Arbeit. Der Kapitän hat sie nach gestern wegsperren lassen und ich weiß nicht wie sie sich befreit hat. So wie sie aussieht muss sie es aber mit äußerster Verzweiflung getan haben.

Jedenfalls ist sie in mich rein gerannt, mitten auf dem Deck wo uns jeder sehen konnte, hat ihre Arme um mich geschlungen als wäre ich ihr Vater und hat geschrien: „Du kennst ich auch! Ich weiß es! Verderbnis umgibt uns!“ Dann ist sie wie tot umgefallen.

Jetzt sitze ich hier und warte, schon wieder, auf die Befragung. Wer weiß wann ich dir wieder schreiben kann?