Ein Leben in den Verbotenen Landen

Zhadel – Halbelfischer Zauberer

Eine Erzählung von

Der junge Zauberer Zhadel, Adapte der Elementaren Kräfte, zieht aus in die Rabenlande um seine Herkunft zu ergründen. Stattdessen gerät er aber in allerlei Abenteuer. Zum Glück kann er sich dabei auf neue Gefährten verlassen. Geteiltes Leid ist halbes Leid — so wird jedenfalls gesagt.

Die Abenteuer sind dabei Nacherzählungen der Ereignisse aus der Spielrunde zum Tischrollenspiel Die Verbotenen Lande. Sie fanden also, so oder so ähnlich, im Kopf des Autors wirklich statt.

Der Winter naht!

Nachdem der Riese davon war, die Götter wissen wohin, sind wir alsbald der Kälte an diesem Ort überdrüssig geworden. Die alte Magie ist ohne weitere Quellen nicht zu ergründen und Reichtümer gibt es auch keine zu entdecken. Also machten wir uns auf den Rückweg.

Auch im Flachland wird sich das Jahr dem Winter zuneigen. Da unsere Taschen aber leer sind, die paar Münzen werden wohl nicht für ein warmes Winterquartier reichen, beschlossen wir noch ein weiteres Abenteuer zu wagen, um dann den Winter im Warmen verbringen zu können.

Die Gefangenen ließen wir laufen, sollten sie doch sehen wie sie nur mit ihren vermeintlichen Göttern überleben, bevor wir nach Norden wandern. Die Richtung ist mit ganz recht, bringt sie mich doch dichter an die Friednebel heran. Dort werde ich sicher Antworten auf die Geheimnisse um dieses Ortes erhalten.

Als Ziel der Reise haben wir wieder einmal das Leichentuch auserkoren. Im Sommer hatten wir über den Wipfeln einen Drachen fliegen sehen. Ein sicheres Zeichen für einen Schatzhort. So jedenfalls die Meinung von Bronn.


Die Reise verlief größtenteils ereignislos. Wir hielten uns an den Saum der Reißzahnwälder. In diesem Niemandsland zwischen den Völkern blieben wir unbehelligt. Jenseits des Mühlsees betraten wir die schon vertrauten Wälder des Leichentuchs. Den „Drachen“ zu finden war nicht schwer, beständig kreiste er über den Wipfeln. Näher betrachtet glich das Vieh aber eher einer überdimensionierten Eidechse mit Flügeln dran. Einen Drachen stelle ich mir allerdings anders vor. Diese Beobachtung dämpfte auch gleichsam unsere Erwartung an den versprochenen Hort.

Nachdem wir ein Basislager an der Flanke des Berges, an dem der Horst des Viehs liegt, aufgeschlagen hatten, nutzen wir einen Jagdausflug der Drachenechse, um zu ihrem Nest hinauf zu steigen. Aus dem geräumigen Loch in der Felswand wehte uns ein penetranter Gestank verwesenden Fleisches entgegen. Überall lagen aufgerissene Kadaver, um ein Gelege schiefergrauer Eier. Ein Schatz war natürlich nirgends zu sehen. Aber eine schmale Spalte führte tiefer in den Berg hinein.

Die Spalte öffnete sich recht bald zu einem Netz aus Gängen und Höhlen. Das einzige Interessante hier ist eine tiefe Kluft – als hätte ein Gigant den Fels zerrissen. Tief unten waren immer wieder mysteriöse Lichter zu sehen. Nach einiger Diskussion beschlossen wir diesen wortwörtlich auf den Grund zu gehen. Doch bei der Kletterei ereilte uns ein Unglück: Bronn verlor den Halt und stürzte in die Tiefe. Wir fanden ihn mit eingeschlagenem Schädel auf einem Vorsprung in der Wand. Glück im Unglück – Gromdan rief seine absonderlichen Kräfte herbei und holte Bronn aus dem Jenseits zurück. Eine beeindruckende Zurschaustellung von Macht. Noch etwas ,das zu erforschen sich lohnen dürfte.

So standen wir nun auf einem schmalen Sims in einer steilen Felswand. Es erschien einfacher Bronn nach unten zu transportieren, als ihn hoch zu zerren. Daher setzten wir unseren Abstieg fort - sehr langsam und vorsichtig. Am Ende hat sich die Kletterei natürlich nicht gelohnt: am Grund der Kluft haben Zwerge eine Straße angelegt um sich zwischen ihren Förderstellen bewegen zu können und die Erze – oder was immer – zu befördern. Jedenfalls waren sie nicht erfreut, als wir plötzlich auftauchten.

Wir wurden eine Weile verhört. Selbst Bronn, noch etwas benommen und verwirrt, konnte der feindlichen Stimmung nichts entgegensetzen. Es ist wohl so, dass es verschiedene Stämme von Zwergen gibt und der hiesige keine Fremden in seinen Tiefen duldet. Am Ende wurden uns Kohlesäcke über den Kopf gestülpt – stundenlang musste ich niesen, sehr lästig – und wir wurden an die Oberfläche geführt und in der Wildnis zurück gelassen. Es hat dann eine ganze Weile gedauert, bis wir zu unserem Basislager zurückgefunden haben. Ich werde mich wohl trennen müssen von meinen Kameraden und nach Hause zurückkehren. Ich kann Magista Zirdas abschätzigen Blick schon auf mir spüren und ihr Ich sagte dir doch… hören.